Diese Situation ist unangenehm, kommt aber vor: Die eigene WordPress-Website soll durch ein Plugin erweitert werden, aber die Installation klappt nicht, man erhält eine Fehlermeldung oder hat überhaupt gar keine Möglichkeit, ein Plugin zu installieren. Was ist in so einem Fall los? Man fragt sich:

Warum kann ich bei WordPress keine Plugins installieren?

Mögliche Ursachen für dieses Problem sind: Ein Benutzer ohne Administrator-Rechte, fehlende Schreibrechte im Plugins-Verzeichnis, Einschränkungen der Serverkonfiguration, bzw. die eigene Website ist bei wordpress.com gehostet oder Teil eines WordPress-Multi-Site-Netzwerks.

Welches Problem genau vorliegen könnte, wie dieses im Detail aussieht und wie mögliche Lösungsstrategien aussehen, beschreibe ich im Folgenden:

Mein Benutzer hat keine Administrator-Rechte

Wenn es das erste Mal ist, dass man sich auf seiner WordPress-Website Gedanken über mehr Funktionalität oder Plugins macht, dann kann es durchaus sein, dass der Benutzer, den man zum Schreiben von Texten und zum Hinzufügen von Beiträgen oder Seiten verwendet, gar kein Administrator ist.

Benutzer-Rollen bei WordPress

Benutzer-Rollen bei WordPress

Bei WordPress gibt es verschiedene Funktionen oder „Rollen“, die Benutzer haben können. Der Screenshot zeigt die Benutzer-Rollen, die man als Administrator im WordPress-Dashboard bei der Erstellung eines neuen Benutzers zur Verfügung hat. Es gibt zwar immer einen Administrator, aber zum Schreiben reicht auch Autor oder Redakteur.

Ausschnitt des WordPress-Dashboard-Menüs für Administratoren

Ausschnitt des WordPress-Dashboard-Menüs für Administratoren

Man kann die eigene Rolle in WordPress überprüfen, indem man sich das Dashboard und insbesondere das Menü links ansieht. Während der Administrator dort einige Möglichkeiten hat, fehlen dem Autor und Redakteur viele der Einträge, darunter auch jene für Benutzerliste und Plugins.

Wordpress-Dashboard-Menü für Autoren oder Redakteure

WordPress-Dashboard-Menü für Autoren oder Redakteure

Wenn man also als Autor oder Redakteur Plugins installieren möchte, muss man sich an den Administrator der WordPress-Installation wenden und entweder um ein Upgrade des eigenen Benutzers zum Administrator oder um die Installation des gewünschten Plugins bitten.

Keine Schreibrechte auf dem Verzeichnis für Plugins

Wordpress Verzeichnisse

WordPress Verzeichnisse

Wenn eine Installation oder ein Plugin-Update fehlschlägt, kann das an mehreren Problemen im WordPress-Filesystem liegen. Um solche Probleme zu überprüfen braucht man FTP-Zugang zum WordPress-Installationsverzeichnis.

Manchmal bekommt man so einen Zugang direkt im Browser über das Kundencenter des Hosting-Providers. Ansonsten oder alternativ kann man sich auf dem eigenen PC einen FTP-Client wie z.B. Filezilla installieren und mit den richtigen FTP-Zugangsdaten das WordPress-Installationsverzeichnis einsehen.

Ein mögliches Problem im WordPress-Verzeichnisbaum sind fehlende Rechte für den Schreibzugriff. So etwas sollte allerdings im normalen Betrieb einer WordPress-Website nicht passieren. Um die Situation zu überprüfen, sieht man sich die Verzeichnisse und Dateien an.

Permission-Einstellungen in WordPress für Verzeichnisse (755) und Dateien (644)

Permission-Einstellungen in WordPress für Verzeichnisse (755) und Dateien (644)

Die Rechte können auf verschiedene Weise notiert sein. Im folgenden Screenshot sieht man die normalen bzw. „gesunden“ Werte für Verzeichnisse (755) und Dateien (644). Der Unterschied zwischen Verzeichnissen und Dateien ist dabei die „Ausführbarkeit“ des Verzeichnisses. Dateien können zwar im Prinzip auch ausführbar sein (z.B. Programmdateien), das sollte im WordPress-Verzeichnisbaum allerdings nicht vorkommen.

Die für eine Website benötigten Dateien sind vom Typ HTML, CSS, JS und PHP. Außerdem kann es noch Bild, Audio, Video oder PDF-Dateien geben. Für alle diese Typen ist die korrekte Vergabe der Berechtigungen allerdings 644, auch wenn sich manche davon „ausführbar anhören“.

Ein Problem mit der Serverkonfiguration

Wenn an einer WordPress-Website etwas verändert wird, ob Funktionalität, Design oder Inhalte, dann geschieht das immer auf der Basis von PHP-Skripten, die aufgerufen und vom Webserver interpretiert werden. Dabei sind für jede Website vom Hosting-Provider von vornherein bestimmte Werte und Grenzen für die Interpretation von PHP-Skripten festgesetzt.

Manche dieser Grenzwerte spielen insbesondere bei Installationen oder Updates von Themes oder Plugins eine Rolle. Das kann zum Beispiel eine zu niedrige Einstellung für das PHP MEMORY_LIMIT sein oder für die MAX_EXECUTION_TIME. In beiden Fällen hätte das PHP-System nicht genügend Ressourcen, um die gewünschte Installation oder das Update ordnungsgemäß durchzuführen (oder bei einer hohen Serverauslastung einfach auch nur rechtzeitig abzuschließen).

Hier ist es wichtig anzumerken, dass nicht alle Plugins gleich sind. Je umfangreicher das Plugin, desto mehr Ressourcen braucht es und desto länger dauern auch die zugehörigen Installationen oder Updates. Sagen wir, man hat den Verdacht, dass die Installation oder das Update an einem zu kurz gesetzten Zeitlimit scheitert.

Dann ist es ratsam, den geplanten Vorgang einmal testhalber zu einer Zeit zu starten, zu der die Serverauslastung gering sein dürfte. Das kann z.B. um drei oder vier Uhr morgens sein (ok, das ist extrem, aber vielleicht reicht ja auch 6 Uhr morgens). Wenn es auch zu solchen Zeiten nicht klappt, sollte man sich einfach an den Support des Hosting-Providers wenden und das konkrete Problem schildern.

Plugin-Installation ist nicht erlaubt, z.B. bei WordPress-only-Hosting

In manchen Fällen ist das gewählte Paket beim eigenen Hosting-Provider so eingeschränkt, dass die Installation von bestimmten oder allen Plugins nicht erlaubt ist. Das kann insbesondere bei reinen WordPress-Hosting-Paketen der Fall sein.

Für ein reines WordPress-Hosting werden unter Umständen vom Hosting-Provider bestimmte Wrapper eingesetzt, die zwar sicherheitstechnisch und aus Gründen der Performance vorteilhaft sind, dafür aber bei Flexibilität und Kontrolle des Website-Administrators Abstriche machen.

Wie schon in meinem Artikel 15 Profi-Tipps für den Vergleich von WordPress-Hosting beschrieben, halte ich Hosting-Pakete, die nur WordPress erlauben und darauf ausgerichtet bzw. eingeschränkt sind, für keine gute Investition. Das gilt umso mehr, weil man sich durch solch ein spezifisches Hosting-Paket nicht viel Geld im Vergleich zu einem „normalen“ Hosting-Paket erspart.

Die eigene WordPress-Installation ist Teil eines WordPress-Multi-Site-Netzwerks

Dieser Fall ist ein klein wenig kompliziert, aber nicht zu sehr. In einem WordPress-Multi-Site-Netzwerk gibt es mehrere WordPress-Websites, die zentral durch eine einzige Installation gemanagt werden. Für so ein Netzwerk gibt es Benutzer mit Super-Administrator-Rechten, die für das gesamte Netzwerk Themes und Plugins installieren können.

Die Administratoren der einzelnen Websites, die zu diesem Website-Netzwerk gehören, können hingegen keine neuen Plugins installieren. Dazu müssen sie einen Super-Administrator kontaktieren.

Wenn ein Super-Administrator für ein WordPress-Multi-Site-Netzwerk ein Plugin installiert, hat er zwei Möglichkeiten. Die erste ist, dass er das Plugin auch für das gesamte Netzwerk aktiviert. Dann kann jeder Administrator der einzelnen Websites dieses global aktivierte Plugin zwar konfigurieren, aber weder deaktivieren, noch löschen.

Die zweite Möglichkeit ist, dass der Super-Administrator das Plugin zwar für das gesamte Netzwerk installiert, es aber nicht aktiviert, sondern die Verwaltung des/der Plugins für die Administratoren der einzelnen Websites freigibt. Dann kann jeder Administrator ein solches Plugin für seine Website aktivieren oder deaktiviert lassen.

Beispiele für WordPress-Multi-Site-Netzwerke sind z.B. Angebote an Universitäten oder ähnlichen Einrichtungen, die ihren Mitgliedern eine einfache und zentral administrierte und kontrollierte Website-Infrastruktur zur Verfügung stellen möchten.

In jedem solchen Fall kann jedoch der Administrator einer einzelnen Website, die Teil eines WordPress-Multi-Site-Netzwerks ist, Plugins weder selbst installieren noch löschen.

Die WordPress-Installation ist bei wordpress.com gehostet

WordPress.com basiert zwar auf der Plattform WordPress, ist aber der kommerzielle Teil von WordPress, bei dem auch das Hosting dabei ist. Solches Hosting gibt es auch gratis mit einer Subdomain von wordpress.com, auf der man dann seinen Blog finden kann.

Hosting

In der Basis-Version (gratis) und auch fast allen anderen Paketen bei wordpress.com sind zwar einige populäre Features bereits über den Jetpack inkludiert, die man normalerweise über Plugins einbinden würde, dafür kann man allerdings selbst keine Plugins installieren. Erst beim sogenannten „Business Plan“ (dem teuersten) von wordpress.com hat man die Möglichkeit, selbst Plugins zu installieren.

Andersherum: Einen Teil der fix eingebundenen Funktionen der Basis-Hosting-Variante von wordpress.com gibt es für selbst gehostete WordPress-Installationen als gratis-Plugin zur Installation: Im „Jetpack by WordPress.com“-Plugin kann man sich dann nach der Aktivierung über ein (kostenloses) wordpress.com-Konto die gewünschten Funktionen zuschalten.

Wenn man tatsächlich eine Website auf wordpress.com gehostet hat, aber unbedingt plugins braucht, deren Funktionalität es dort (also z.B. via Jetpack) nicht gibt, dann sollte man zu einer selbst-gehosteten Version von WordPress(.org) wechseln. Das sollte immer noch billiger sein als der wordpress.com Business Plan. Für den Fall der Fälle: In einem anderen Artikel habe ich einige hilfreiche Tipps für den Vergleich von WordPress-Hosting aufgeschrieben.

Um seine wordpress.com-Website auf eine externe Installation zu migrieren, verwendet man am besten die WordPress-eigene Export-Import Funktionalität, die sich im WordPress-Dashboard unter „Werkzeuge“ findet.

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