Was ist die ideale Größe für QR Code Aufkleber am Auto?

Ein QR Code? Am Auto? Ist das sinnvoll? Funktioniert das? Für mich ein klares ja. Wer fände es nicht praktisch, von einem Firmenauto nicht die URL der Website oder die Telefonnummer jener Firma am Handy eintippen zu müssen, sondern einfach per Tipp-und-Scan die URL oder Telefonnummer bereits auf dem Bildschirm zu haben? Schon, aber was sollte man dabei alles beachten?

Was ist die ideale Größe für QR-Code Aufkleber am Auto?

Die am besten machbare Größe ist etwa 50 cm im Quadrat. Der beste Anbringungsort dafür am Auto ist die Seitentür unter dem Fenster, gefolgt von undurchsichtigen Flächen an Seite und Heck bei Lieferwägen. Und man sollte unbedingt einen kurzen Satz zum Inhalt des QR Codes direkt dazuschreiben, um den Menschen den konkreten Mehrwert des Einscannens klar zu machen.

Dazu gibt es aber noch einige wichtige Details. Hier sind sie:

Was ist überhaupt ein QR Code?

„QR Code“ (übrigens patentiert und eine registrierte Wortmarke von Denso Wave inc.) steht für „Quick Response Code“. Der Name ist ein Ausdruck für eins der Ziele bei der Entwicklung des QR Codes, nämlich der schnellen Lesbarkeit. Der QR Code wurde zunächst von der Automobilindustrie für ihre Zwecke übernommen und genutzt.

Als zweidimensionaler Vielzweck-Strichcode hat er sich erst mit der Popularität der Smartphones etabliert. Das Smartphone mit seiner Kamera übernimmt dabei die Funktion des (davor extra notwendigen) Lesegeräts.

In einem QR Code kann man verschiedene Informationen „verstecken“. Grundsätzlich haben darin ganz einfach recht viele Buchstaben, Zahlen oder Japanische Schriftzeichen Platz. Die Daten im QR Code werden aber auch einem Typ zugeordnet, z.B. Telefonnummer, URL, vCard, Text, etc.

Dieser Datentyp wird mitgespeichert und kann daher vom Lesegerät (also dem Smartphone) auch gleich zur einer geeigneten Interpretation vorgeschlagen (besser) oder direkt verwendet (birgt ein Sicherheitsrisiko) werden.

Funktion und Verwendung eines QR Codes

QR Code www.websiteberater.com URL

Zum Beispiel kann man mit dem hier abgebildeten QR Code direkt auf die Website von websiteberater.com gelangen. Aber da sind Sie ja schon – das ist also auf einer Website nicht sehr sinnvoll, oder? Auf dem Auto, einem Plakat oder einem Werbeflyer wäre das allerdings praktisch.

Auf einer Website kann man allerdings sinnvollerweise einen QR Code zu einer Telefonnummer einbinden. Ebenfalls praktisch ist ein QR Code, in dem die relevanten Kontaktdaten als vCard gespeichert sind. Damit kann man sich gleich einen neuen Kontakt-Eintrag im Smartphone anlegen und hat nicht nur die Telefonnummer, sondern auch Name, Adresse, Emailadresse, URL, etc. der Person gespeichert. In Sekundenschnelle.

Ich persönlich finde vor allem die Variante vCard sehr interessant, weil sie für potentielle Kunden echten Mehrwert bietet. Kein raussuchen der URL, kein überlegen ob ich die Emailadresse schon irgendwo gesehen habe oder erst von der Website organisieren muss. Nur einmal scannen und zwei oder dreimal tippen.

Wie nehmen Menschen QR Codes wahr?

In Europa ist diese Wahrnehmung zwiespältig. Während in Asien kaum jemand ohne QR Codes arbeitet oder lebt, sind Europäer skeptischer im Umgang mit QR Codes. Außerdem muss man eventuell erst eine App auf dem Smartphone installieren, um überhaupt einen QR Code lesen und verwenden zu können.

Was ich gut nachvollziehen kann, sind Sicherheitsbedenken. Was wäre, wenn jemand hinter einem QR Code die URL einer Website mit Schadsoftware verstecken würde? Oder sonstiges zweifelhaftes Zeug, das ich nicht mit meinem Smartphone einlesen oder besuchen will? Woher soll ich wissen, was mich erwartet, wenn ich einen QR Code einlese?

Um dieses Problem zu lösen, sollte man sich jedenfalls vorher einfach nur anzeigen lassen, was im QR Code gespeichert ist, bevor man es benutzt. Sollte die im Smartphone angezeigte URL oder Telefonnummer dann z.B. nicht mit der erwarteten übereinstimmen, einfach wieder löschen und nicht ausführen, besuchen oder anrufen. Diesen Schritt finde ich nicht aufregend, denn diese bewusste Entscheidung treffen wir beim Surfen oder Arbeiten im WWW sowieso ständig.

Wie können Menschen QR Codes vertrauen?

Man kann nur durch Anzeigen des Inhalts eines QR Codes wissen, welche Informationen darin gespeichert sind. Es ist also wichtig, der Zielgruppe diesen verantwortungsvollen Schritt klarzumachen. Zusätzlich muss man auch mit der im QR Code enthaltenen Information verantwortungsvoll umgehen.

Homepage oder Website? Klarheit im Begriffsdschungel

Wenn da also ein Kurzlink im QR Code gespeichert wäre, würde ich es wahrscheinlich bleiben lassen, diese URL zu besuchen. Damit widerspreche ich zwar jenen, die sagen, man solle Kurzlinks beim Erzeugen der QR Codes nutzen, um die Lesbarkeit zu verbessern, aber Sicherheit geht eindeutig vor. Die Sache mit der Lesbarkeit kommt übrigens daher, dass ein QR Code umso komplizierter wird, je mehr Informationen (also Zeichen) darin gespeichert sind.

Also gut, sagen wir, die meisten Kunden wüssten schon, wie man gut mit QR Codes umgeht. Dann muss man nur noch dafür sorgen, dass jemand, der einen QR Code sieht, auch den Mehrwert erkennt, den das Scannen des Codes bringt. Klingt einfach, ist es auch. Man schreibt den Sinn bzw. die konkrete Funktion des Codes einfach dazu.

Beispiele für den Begleittext zu einem QR Code

Zum Beispiel zum oben abgebildeten QR Code könnte man auf einen Flyer oder ein Plakat schreiben:

  • Scannen Sie einfach diesen QR Code mit Ihrem Smartphone ein, um die URL unserer Website https://www.websiteberater.com angezeigt zu bekommen!
  • Oder: Lassen Sie sich unsere URL https://www.websiteberater.com direkt am Smartphone anzeigen, indem Sie diesen QR Code scannen!

Bei einem QR Code mit gespeicherter vCard könnte stehen:

  • Sie können meine Kontaktdaten bequem mit diesem QR Code auf Ihrem Smartphone einlesen und speichern.
  • Oder: Scannen Sie einfach diesen QR Code und speichern Sie die angezeigten Kontaktinformationen bequem auf Ihrem Smartphone!

Wozu einen QR Code am Auto anbringen?

Sind wir uns einig, dass Werbung auf Autos Aufmerksamkeit erregt? Ja? Bestens. Wenn man also die Aufmerksamkeit eines Menschen geweckt hat, dann wäre es doch perfekt, wenn dieser Mensch auch etwas mit der Information in dieser Werbung machen könnte oder? Sich besser merken, worum es geht, zum Beispiel. Oder den Namen der Firma, die URL der Firmenwebsite bzw. die Telefonnummer.

Das Problem dabei ist nur, dass der Straßenverkehr für so etwas nicht ideal ist. Gleich vorab: Bitte scannen Sie nicht beim Autofahren irgendwelche Dinge mit Ihrem Smartphone oder machen sonstwas Verbotenes oder Gefährliches damit! Konzentrieren Sie sich ausschließlich auf das Autofahren! Nachdem das also gesagt ist, nehmen wir doch ein recht sicheres Beispiel:

Situationsbeispiele, die für QR Codes auf Autos sprechen

Ein Fußgänger spaziert gemütlich an einem geparkten Firmenauto vorbei, das eine Leistung anbietet, die der Fußgänger zufällig dringend braucht. Soll ja vorkommen. Dann kann er sich natürlich in Ruhe hinstellen, sein Smartphone zücken, die auf dem Auto aufgeklebte Telefonnummer eintippen, dort anrufen, die Nummer speichern, zur Website der Firma surfen, etc. Super. Ein QR Code (z.B. der vCard) mit Erklärung würde hier einfach nur ein paar Minuten sparen, die man zum Eintippen der Infos, Kontrolle ob alles korrekt getippt wurde und speichern braucht.

Wie sieht die gleiche Situation aber aus, wenn besagtes Firmenauto nicht geparkt ist, sondern an einer roten Ampel hält? Dann hat man ca. 30 Sekunden Zeit um zu merken, dass da etwas Interessantes steht, sein Smartphone zu zücken, die Kontaktapp oder den Browser zu starten und – da ist das Firmenauto mit der klein gedruckten URL bereits wieder weggefahren. Zugegeben, ein schnelles Foto hilft hier auch. Trotzdem muss man die auf dem Foto (hoffentlich halbwegs scharf und leserlich) abgebildeten Informationen noch digitalisieren (korrekt eintippen, speichern …).

Per QR Code hätte man wenige Sekunden nach dem Zücken des Smartphones die im Code gespeicherte Information bereits auf dem Display.

Woher bekomme ich einen Auto-Sticker mit QR Code?

Einen Sticker für das Auto kann man sich ganz einfach beim Druckshop seines Vertrauens (oder durch kurze Suche im WWW) bestellen.

Einfache allgemeine Regeln für die Anbringung von QR Codes

Hier kommen einige einfache Regeln zur Anwendung, die für die Anbringung von QR Codes gelten:

  • Der QR Code sollte nicht verzerrt werden, also nicht geknickt, gebogen, oder sonstwie aus der idealen Quadratform verändert werden.
  • Man braucht zum Auslesen einen geeigneten Abstand
  • Man braucht einen guten Kontrast von Code zu Hintergrund
  • Der Code sollte von der umgebenden Information durch einen deutlichen, leeren Rand abgegrenzt sein.

Dadurch fallen alle stark gekrümmten Teile des Autos weg. Auch Knick-artige Elemente in der Karosserie eignen sich nicht. Ebensowenig die Scheiben. Bleiben noch die Motorhaube (meistens), die Seitentüren, das Dach, und eventuell Teile am Heck.

Wo am Auto ist der beste Platz um QR Codes anzubringen?

Für einen PKW (auch wenn es ein Kombi ist) kommen letztlich nur die Seitentüren unterhalb der Scheiben in Frage. Dabei sollte man auch noch darauf achten, ob es Knicke, Zierleisten oder sonstiges gibt, wodurch die Flachheit des aufgeklebten QR Codes beeinträchtigt werden könnte.

Warum gibt es sonst kaum Möglichkeiten? Das Dach ist vermutlich nicht ideal, außer die Zielgruppe wohnt im 2 Stockwerk (oder höher) in Gebäuden, vor denen das Auto oft geparkt ist und sitzt ebenso oft auf Balkonen oder sieht aus dem Fenster. Lassen wir also das Dach mal weg.

Die Motorhaube eignet sich nur, wenn sie nicht zu flach ist, also meiner Meinung nach bei kaum einem PKW. Bei LKWs oder Zwischenstufen hat man es meistens mit zu wenig beklebbarer senkrechter Fläche vorn unter der Frontscheibe zu tun. Außerdem sieht man die Front des Autos im Straßenverkehr höchstens beim Gegenverkehr gut, was eine gefährliche Situation fürs Scannen von QR Codes ist.

Dach und Front scheiden also aus. Bleiben Heck und Seiten. Das Heck hat bei Lieferwägen Potential: Dort gibt es geeignet große flache Stellen. Ebenso gut eignen sich die Seitentüren (generell) oder Seitenteile von Lieferwägen, LKW-Planen, etc. Zusätzlich zur nötigen Flachheit kommt hier zum Tragen, dass man Autos im Verkehr oft von der Seite (geparkt, an der Ampel – als Fußgänger) oder von hinten (z.B. als Beifahrer an einer Ampel oder beim gleichmäßigen Hinterherfahren) sieht.

Wie groß kann der QR Code am Auto also maximal sein?

Mit den gerade beschriebenen Einschränkungen kann es sein, dass man über eine Fläche von 50 cm im Quadrat nicht leicht hinauskommt. Nehmen wir also eine Seitenlänge von 50 cm für den QR-Code-Aufkleber. Außerdem soll daneben noch ausreichend Platz für die erklärende Botschaft bleiben.

Wieso suchen wir eigentlich die maximale Größe? Da man an ein Auto im Straßenverkehr meist nicht beliebig nahe herankommt, also den QR Code am Auto auch aus einiger Entfernung noch scannen können sollte, fragen wir uns nach der maximalen Größe: Je größer, desto besser.

Welche Scan-Entfernung ergibt sich daraus für einen QR-Code Scanner?

Ein schneller Test mit dem iPhone und einer Standard-QR-Code-Lese-App zeigt Öffnungswinkel von ca. 20 Grad für den eingeblendeten Lesebereich und von ca. 30 Grad für die gesamte Breite des Kamerabildes in der Scan-App. Daraus ergibt sich, dass der Code bei einer Größe von 50 cm aus ca. 150 cm Entfernung exakt ins Scannerfensterchen sowie aus ca. 90 cm exakt ins Kamerabild (was genauso funktioniert) passt.

Dies entspricht also ungefähr einem Faktor 3 (eingeblendeter Scanbereich) bzw. 2 (Kamerabild) zwischen der Größe des QR Codes und der Entfernung zum QR Code. Näher dran sollte man also nicht sein, weiter weg geht allerdings schon, bis zu etwa einem Faktor 10, je nach Komplexität des QR Codes natürlich.

Wenn wir nun die oben beschriebenen Situationen durchspielen, sollte das also gut funktionieren. Eine 1,5 m im Quadrat großer QR Code wäre dabei in einem Entfernungsbereich von 3 bis ca. 15 m gut zu scannen.

Was muss man bei QR Codes am Auto noch beachten?

Allgemein gilt: Hinter einer im QR Code gespeicherten URL sollte sich auch eine für Smartphones optimierte Website befinden. Sonst kann es sein, dass ein potentieller Kunde zwar den QR Code scannt und sogar dem Link zur eigenen Website folgt, aber gleich wieder geht.

Dieses Problem fällt in den Bereich des sogenannten „responsive Webdesign“. Wie man sicherstellt, dass die eigene Website diese Situation meistert, beschreibe ich demnächst in meinem Artikel „wie erreiche ich responsive Webdesign?“

Klar ist von vornherein, dass sich unter der im QR Code gespeicherten URL auch tatsächlich etwas befinden muss. Sollte man unbedingt die dort vorgesehen Inhalte auf eine andere URL verschieben müssen, dann auf keinen Fall den entsprechenden 301-redirect vergessen!

Bei der Anbringung eines QR Codes auf dem Auto darf aber auch die Frage nicht fehlen: Gibt es gesetzliche Regelungen was Aufschriften am Auto betrifft? Durch die für den QR Code gültigen Einschränkungen (genügend Kontrast, keine Verzerrungen) fallen die Problembereiche aus rechtlicher Sicht, die Scheiben, bereits weg. Ansonsten kann man höchstens mit selbstleuchtenden (oder lumineszierenden) bzw. zu auffälligen (was auch immer das genau heißt) Autoaufklebern Probleme bekommen, aber auch das fällt hier weg.

An Türen und ausreichend ebenen Heckbereichen, jeweils ohne die Scheiben, kann man also gut planen. Am besten erkundigt man sich nochmal sicherheitshalber beim Druckshop seines Vertrauens, ob die gewählte oder geplante Variante auch zulässig ist.

QR-Code Aufkleber am Auto: Das Fazit

Ist also ein QR Code auf dem Auto eine gute Idee? Durchaus, wenn es richtig gemacht wird. Wer übrigens sicher gehen will, dass hinter der eigenen Website-URL im QR-Code auch eine Smartphone-freundliche Website wartet, sollte noch meinen Artikel Wie erreiche ich responsive Webdesign? weiter lesen.

 

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