Was genau ist eigentlich ein Markup oder Markup an sich? Viel davon benutzen wir, ohne darüber nachzudenken. Dabei lohnt es sich, ein Paar Dinge über Markup zu wissen oder zumindest schon einmal gehört zu haben.

Wenn Sie diesen Artikel gelesen haben, werden Sie nicht nur verstehen, was Markup ist. Sie werden auch wissen, dass z.B. Suchmaschinen Markup lesen können und verstehen. Außerdem werden Sie die Vorteile von Markup beim Schreiben kennen und zu nutzen wissen.

Markup: Ein einfaches Beispiel

Was Sie über Markup wissen müssen

Ein einfaches Beispiel für Markup ist ein fett gedrucktes Wort, z.B. wichtig. In der Sprache des WWW, in HTML, kann man das auf verschiedene Arten erzeugen.

Entweder man benutzt einen Editor, der an moderne Textverarbeitungssoftware angelehnt ist. Dabei schreibt man zunächst den Text, markiert dann darin das Wort “wichtig” und aktiviert schließlich die Funktion “fett gedruckt”, z.B. über eine Schaltfläche.

Oder man schreibt das Markup dafür direkt im Textfluss mit. In HTML sieht das dann für unser Beispiel so aus: “<b>wichtig</b>”. Beides führt zum selben Ergebnis, nämlich dem fett gedruckten Wort wichtig. Das ist allerdings nicht die einzige Möglichkeit.

Anstatt ein bestimmtes Aussehen einer Textpassage zu verursachen, sollte man besser die Funktion oder Bedeutung notieren. Es kommt nämlich nicht so sehr darauf an, wie das Wort letztlich aussieht, sondern was die Kennzeichnung bedeutet. Für unser HTML-Beispiel wäre das <strong>wichtig</strong>. Das sagt zunächst einmal aus, dass die markierte Passage wichtig ist. Wie das aussehen soll, darum kann man sich dann später bzw. separat kümmern.

Aber zu all dem gleich noch mehr. Sie werden beim Lesen dieses Artikels ein gutes Bild davon bekommen, was Markup ist, was es ausmacht und wie man es einsetzt.

Analoges Markup

Wir alle kennen analoges Markup. Aus der Schulzeit, aus dem Studium, vom Lernen oder Organisieren von Informationen oder einfach auch von einem traditionellen Kalender. Man markiert sich Dinge auf verschiedene Weise:

  • Durch Anstreichen mit einem Leuchtstift
  • Mit einem senkrechten Strich am Rand des Textes, von der ersten bis zur letzten Zeile der markierten Textstelle
  • Durch Unterstreichen
  • Mit verschiedenen Farben
  • Durch Einkreisen
  • Mit Pfeilen, Zacken, Rufzeichen, Emojis und anderen Symbolen

Auch das Durchstreichen ist eine Art von Markup. Durchstreichen bedeutet so etwas wie:

  • Das brauche ich nicht mehr
  • Diese Stelle ist unwichtig
  • Falsch! Nicht Lesen!

Auch beim analogen Markup kommt es eigentlich auf die Bedeutung an. Meistens geht es dabei um das Hervorheben von wichtigen Dingen. Das Beispiel des Durchstreichens zeigt aber bereits, dass es auch für analoges Markup (mit dem Stift, der Schere oder ähnlichen Werkzeugen) verschiedene Funktionen gibt.

Was bedeutet Markup, wenn es um das Internet oder Websites geht?

Wenn es um das Internet und insbesondere Websites geht, dann bedeutet Markup die Benutzung von Markup-Tags oder Auszeichnungen, die ein Dokument strukturieren. Dabei geht es also nicht nur um Bezeichnungen wie wichtig oder fett gedruckt, sondern z.B. auch um Überschriften.

Wenn die Gliederung eines Dokuments durch Markup abgespeichert ist, dann kann man das Aussehen der einzelnen Teile gut von der Struktur trennen. Im WWW wird das dadurch erreicht, dass man als Dokument-Format die Sprache HTML (HyperText Markup Language) verwendet, in der die Struktur definiert wird. HTML beschreibe ich in einem der folgenden Abschnitte noch genauer.

Das Aussehen wird unabhängig davon durch Befehle im Format CSS(Cascading Style Sheets) bestimmt. Diese Befehle können direkt im HTML-Dokument stehen oder in einer getrennten Datei bereit gestellt werden. Durch die zweite dieser Varianten kann man z.B. sehr schnell zwischen verschiedenen Stilen einer Website umschalten.

Obwohl HTML die dominierende Markup-Sprache auf Websites ist, gibt es auch Verwandte Sprachen, die im Hintergrund oder zur Ergänzung verwendet werden, wie z.B. XML. Auch dazu gleich noch mehr.

Andere Bedeutungen von Markup: BWL

Bevor wir uns also kopfüber in die Markup-Sprachen stürzen, noch ein kurzer Hinweis: Sollten Sie einmal bei der Suche im WWW unter dem Begriff Markup auf etwas stoßen, das nicht viel mit dem zu tun hat, was ich Ihnen bisher beschrieben habe, dann kann das folgenden Grund haben:

Es gibt den Begriff Markup auch in der Betriebswirtschaftslehre. Dabei geht es um die Preisgestaltung eines Produkts, bei dem der Preis über die Kosten hinaus durch ein Markup erhöht wird. Dadurch ergibt sich ein Gewinn für den Produzenten. Das Ganze hängt dabei von der Marktsituation ab und …

Aber hier genug davon. Weitere Details dazu finden Sie z.B. auf der Wikipedia-Seite zum Lerner-Index.

Was ist ein Markup? Begriffserklärung

Ein Markup ist ein Auszeichnungselement in einem Dokument. Das Markup wird durch Markierungen (sogenannte Tags) abgegrenzt, die in erster Linie strukturelle Bedeutung haben, aber im Allgemeinen auch eine bestimmte Art der Darstellung zur Folge haben.

Es handelt sich also um eine Stelle, z.B. in einem Text, an der man etwas hervorheben möchte. Dafür setzt man in HTML z.B. die oben bereits vorgestellten Anfangs- und End-Tags ein. Der zwischen den Tags eingeschlossene Text wird dann durch das Markup als Element in der Textstruktur definiert.

Oder, analog gesprochen: Einmal gelb mit dem Leuchtstift anstreichen ist ein Markup. Etwas anderes grün mit dem Filzstift unterstreichen: das nächste Markup. Und so weiter.

Der deutsche Begriff “Auszeichnungssprache” für “Markup-Language”

Im Deutschen verwendet man für den englischen Begriff Markup das deutsche Wort Auszeichnung. Das hat aber nichts damit zu tun, das etwas oder jemand besonders toll war oder gewonnen hat. Diese Bezeichnungen stammen aus dem Sprachgebrauch der Setzer beim Buchdruck. Im Englischen merkt man das etwas besser als im Deutschen, wenn man nicht weiß, worum es bei einer Auszeichnung geht.

Die Setzer hatten die Aufgabe, bestimmte Stellen geeignet zu setzen. Also z.B. hervorzuheben, in eine Fußnote zu packen oder als Überschrift zu kennzeichnen. Dazu wurde die jeweilige Stelle vorher von Hand im Text ausgezeichnet. Der Setzer verwendete dann Fettdruck, kursive Buchstaben, Unterstreichungen, kleineren Schriftgrad oder ähnliches, um die Anweisungen bzw. Auszeichnungen geeignet umzusetzen.

Inzwischen ist die Auszeichnung im Zusammenhang mit Markup-Sprachen jedoch so verallgemeinert worden, dass sich für diese der Begriff Auszeichnungssprache anbietet. Ich persönlich schreibe hier, wie Sie bereits gemerkt haben, hauptsächlich Markup-Sprache. Ich finde das knapper, übersichtlicher und etwas eindeutiger.

Die berühmteste Markup-Sprache: HTML

Nun zum wohl berühmtesten Beispiel einer Markup-Sprache: HTML. Über HTML gibt es viel zu erzählen. Hier geht es mir aber um wichtige Dinge, die Sie über Markup wissen müssen. Also: HTML ist zwar die berühmteste Markup-Sprache, aber nicht die umfangreichste, komplexeste, einfachste, best-lesbare oder ähnliches.

HTML ist als Markup-Sprache mit der Aufgabe gewachsen, denn: HTML ist das, was Ihr Browser bekommt, um Ihnen eine Website zu zeigen und darzustellen. Das hat sich allerdings im Laufe der Jahre stark verändert, und zwar sowohl an der Quelle (Website auf dem Webserver) als auch im Browser (Darstellung, Endgeräte, Bildschirmgrößen, Formate, etc.).

Interessant: HTML hat dabei mehrere Versionen durchlaufen und ist derzeit bei Version 5 angelangt. HTML5 bietet im Vergleich zum Vorgänger prominenter Weise z.B. mehr Möglichkeiten für den direkten Einsatz von Medien (z.B. Videos).

Das Wort hyper aus dem Altgriechischen in einem Wörterbuch

Das Wort hyper aus dem Altgriechischen in einem Wörterbuch

Weiters wichtig zu wissen ist: Die Namensteile von HyperText Markup Language kommen zum einen vom Begriff Markup-Sprache (ML). Zum anderen kommt Hyper vom altgriechischen Wort für “über, (dar)über … hinaus”. Hypertext geht der Definition nach also über Text hinaus.

Gemeint ist damit vor allem, dass man einen Hypertext nicht von Anfang bis Ende lesen muss, sondern dass man durch sogenannte Hyperlinks beim Lesen springen kann. Ein Sprung kann zu einer anderen Stelle im selben Text gehen oder aber zu einer bestimmten Stelle in einem anderen Text. Genau dieses Verhalten ist für das moderne WWW so typisch und auch bereits zur Gewohnheit geworden.

Fast alle Namen von Markup-Sprachen enden auf “ML”

Die Anfangsbuchstaben des englischen Begriffs Markup-Language kommen also am Ende von HTML vor. Aber nicht nur dort. Die meisten Abkürzungen für die Bezeichnungen von Markup-Sprachen enden auf “ML”.

Interessant und informativ ist also das, was vor dem abschließenden ML im Namen der Markup-Sprache steht. Trotzdem sind die meisten Namen für Markup-Sprachen Abkürzungen und daher ohne den vollen Namen schwer einzuordnen. Woher sollte man auch wissen, dass das PDB in PDBML für Protein Data Base steht?

Bekanntere Ausnahmen dieses Namens-Schemas sind z.B.:

  • LaTeX: Eine Markup-Sprache, die vor allem für die Erstellung von wissenschaftlichen Publikationen verwendet wird
  • SVG: Ein Vektor-Format für Grafiken
  • RSS: Ein Format für Web-Feeds
  • OpenDocument: Ein offenes Dateiformat für Büroanwendungen (.odt)

Diese Liste hat allerdings eine recht beachtliche persönliche Schlagseite. Sicher kennen Sie noch weitere Beispiele.

Verschiedene Arten von Markup

Beim Lesen dieses Artikels bis hierher haben Sie bereits gemerkt, dass die Verwendung von Markup verschiedene Facetten hat. Diese entsprechen auch tatsächlich verschiedenen Anwendungen von Markup. Zunächst kennen wir alle das übliche Präsentations-Markup aus modernen Textverarbeitungsprogrammen.

Dabei schreiben wir in einem What-You-See-Is-What-You-Get-Editor wie z.B. MS Word, bei dem man sofort Änderungen und auch Formatierungen sehen kann. Darunter steckt zwar auch eine Struktur, aber der Benutzer sieht diese nur über die Formatierung. Man kann einen Ansatz der Struktur z.B. in einem Word-Dokument sichtbar machen, indem man die Steuerzeichen aktiviert.

Die zweite Variante, die ich hier bereits betont habe, ist das beschreibende Markup. Dabei fügt der Autor beim Schreiben bereits die Struktur des Dokuments mit ein. D.h. Überschriften werden markiert und ebenso andere Gliederungs-Elemente, Listen, Fußnoten, Literaturverweise und dergleichen. Dieses Konzept geht aber über die Text-Gliederung hinaus.

Man kann z.B. in einem Text Struktur einfügen, welche die Elemente einer Visitenkarte anzeigt. Das könnten z.B. Vorname, Nachname, Telefonnummer und Email-Adresse sowie ein Foto der Person oder ein Logo des Unternehmens sein. Wenn diese Elemente im Text geeignet markiert sind, kann man sie durch weitere Befehle entsprechend darstellen lassen. Im WWW funktioniert so etwas über die Trennung von HTML (Struktur) und CSS (Darstellung).

Die dritte Variante ist das prozedurale Markup. Dabei wird das Dokument von einer geeigneten Software (mindestens) einmal komplett durchgearbeitet. Strukturbefehle werden erkannt und geeignet umgewandelt. Lässt man die Software mehrmals durch das Dokument laufen, kann man auch Inhaltsverzeichnisse, Index und Querverweise automatisch erstellen und einfügen lassen (wie z.B. beim oben erwähnten LaTeX).

Markup-Sprachen als allgemeines Konzept

Der Kreativität in der Strukturierung eines Dokuments sind eigentlich keine Grenzen gesetzt. Für verschiedene Dokumente braucht man in der Praxis auch verschiedene Struktur-Elemente. Daher haben sich viele verschiedene Markup-Sprachen entwickelt, die jeweils auf einen oder eine Gruppe von Anwendungen maßgeschneidert wurden.

Da es schwierig ist, alle Anwendungsfälle für Markup-Sprachen vorherzusehen, haben sich aber auch Markup-Sprachen entwickelt, die sehr allgemein gehalten sind, was die möglichen Anwendungen und den Inhalt der Elemente betrifft. Dort geht es dann nur noch darum, sehr allgemeine Regeln und Vorgaben für die Elemente selbst und deren Platzierung in einem Dokument einzuhalten.

Beispiele für solche Markup-Sprachen sind XML (Extensible Markup Language) und, noch allgemeiner, SGML (Standard Generalized Markup Language). In solchen Fällen wird am Beginn eines Dokuments in einer Dokumenttypdefinition (DTD) angegeben, welche Regeln beim Lesen des Dokuments gelten. Genauer gesagt: Man muss also angeben, was alles erlaubt ist und wie die Struktur sein darf.

Ein Beispiel für korrekte vs falsche Hierarchie in Markup-Dokumenten

Als Beispiel für Erlaubtes und nicht Erlaubtes in Markup-Sprachen möchte ich hier folgendes anführen: Nehmen wir an, Sie schreiben einen Text, der eine Überschift hat und außerdem noch eine Fußnote. Dann könnten Sie etwa die beiden Folgenden Tags zur Strukturierung zur Verfügung haben: <ueberschrift> und <fussnote>. Dazu gibt es die entsprechenden End-Tags </ueberschrift> und </fussnote>.

Um Ihr Dokument richtig zu strukturieren, müssen Sie folgendes schreiben, wenn Sie innerhalb der Überschrift auf die Fußnote verweisen wollen:

<ueberschrift>Das erste Kapitel<fussnote>... das vor dem zweiten Kapitel kommt</fussnote> ist da!</ueberschrift>

Hier werden die Tags der Fußnote innerhalb der Tags für die Überschrift geöffnet und wieder geschlossen. Falsch wäre hingegen folgendes:

<ueberschrift>Das erste Kapitel<fussnote>... das vor dem zweiten Kapitel kommt</ueberschrift></fussnote>

Hier wird die Überschrift vor der Fußnote geschlossen, was die korrekte Hierarchie zerstört. Der Grund, warum uns so etwas in WYSIWYG-Editoren eigentlich nicht passieren kann, ist der, dass der Editor die Markups einfügt.

Wenn man aber z.B. in LaTeX schreibt und vergisst, eine Umgebung (Tag) wieder zu schließen, bevor etwas anderes kommt, das in dieser Umgebung nicht erlaubt ist, dann bricht das Übersetzungsprogramm ab. Die Fehlersuche kann in solchen Fällen unter Umständen schwierig sein.

Ist HTML XML?

HTML ist nicht XML-konform. Die XML-konforme Auszeichnungssprache mit derselben grundlegenden Struktur und Tiefe wie HTML ist XHTML.

Das ist aber nur die Kurzfassung der Antwort. An dieser Stelle ist klar, dass die verschiedenen Markup-Sprachen zueinander in Beziehung stehen. Manche sind etwas allgemeiner gehalten, manche sehr spezialisiert. Trotzdem gibt es konzeptionell auch bei Markup-Sprachen eine Hierarchie.

Man kann sich also berechtigterweise fragen, ob das spezialisiertere HTML sich in die Hierarchie von XML-artigen Sprachen einordnen lässt. Dafür ist die Syntax von HTML allerdings nicht streng genug geregelt. Erst der Standard von XHTML hat dieses Problem behoben.

Für die Markup-Sprache SGML gibt es einen offiziellen Standard

Apropos Standard: Es braucht zwar für alle Auszeichnungssprachen irgendeine Konvention, wie Befehle und Elemente zu behandeln sind, das bedeutet aber nicht, dass sie einem offiziellen Standard folgen.

Für die Markup-Sprache SGML gibt es allerdings tatsächlich einen ISO-Standard (ISO-8879:1986). Eine europäische Norm existierte zwischenzeitlich ebenfalls (DIN EN 28879:1991-03), wurde allerdings zugunsten des ISO-Standards zurückgezogen.

Wie viele Markup- bzw. Auszeichnungssprachen gibt es?

Auf den bei Wikipedia geführten Listen von Markup- bzw. Auszeichnungssprachen finden sich bereits über 250 Einträge. Da weniger bekannte oder gebräuchliche Sprachen dabei vernachlässigt werden, kann man davon ausgehen, dass es in der Praxis 300 oder mehr Auszeichnungssprachen gibt.

Markdown ist eine Art von Markup, nur übersichtlich

Der Unterschied zwischen Markup und Markdown

Vielleicht haben Sie schon einmal den Begriff Markdown gesehen? Das klingt bereits sehr ähnlich wie Markup, nur irgendwie wie ein Gegenteil. Dazu kann man kurz folgendes sagen: Markdown ist eine Markup-Sprache. Allerdings war die Grundidee von Markdown, bereits den Text inklusive des Markups übersichtlich und lesbar zu halten.

Geht das angesichts der oben bereits präsentierten konkreten Beispiele tatsächlich? Ja, meiner Meinung nach ist Markdown wirklich übersichtlich. Allerdings ist die Anzahl und Funktion der zur Verfügung stehenden Markup-Tags begrenzt. Verwendbar sind dabei hauptsächlich einfache Textformatierung und Gliederungsbefehle.

Wenn Sie mehr über diese überraschend gebräuchliche Markup-Sprache wissen möchten, dann habe ich den perfekten Artikel für Sie, gleich hier auf WebsiteBerater.com. Er heißt Der Unterschied zwischen Markup und Markdown. Mit Beispielen, und zeigt Ihnen alles, was zum Thema Markdown wissenswert ist.

Wenn Sie bereits überzeugt sind, Markdown verwenden zu wollen, und zwar auf Ihrer WordPress Website, dann habe ich ebenfalls einige interessante Informationen für Sie zusammengetragen. Sie finden diese in meinem Artikel Die 5 wichtigsten Arten, Markdown in WordPress einzusetzen. Dort behandle ich übrigens die Situation für selbst gehostete wordpress.org Websites genauso wie Blogs, die bei wordpress.com gehostet sind.

Sie benutzen XML, ohne es zu merken

Ja, das haben Sie sogar sehr wahrscheinlich schon oft getan. Der Hintergrund für diese Aussage ist nicht nur, dass Ihnen (oder besser gesagt Ihrem Internet-Browser) XML bei modernen Websites praktisch täglich serviert wird. Auch Programme wie das Textverarbeitungs-Standardwerkzeug MS Word verwenden beim Abspeichern von Dateien mit der Endung .docx im Hintergrund XML.

Die Datei-Format dafür nennt sich genau gesagt Office Open XML (OOXML). Es sorgt dafür, dass der Inhalt und die zur Datei gehörenden Metadaten gemeinsam und geordnet in einer Datei organisiert und abgespeichert werden. Analoge Formate gibt es für die anderen Dateitypen aus einer Büro-Software-Suite wie Tabellenkalkulation und Präsentation.

Markup für Wikipedia und andere Wikis

Auch die Plattform Wikipedia ist ein Paradebeispiel für die Verwendung von Markup. Bei jener Markup-Sprache, die für Wikipedia verwendet wird, war es genau wie bei Markdown wichtig, die Befehle einfach und übersichtlich zu halten. Schließlich ist ein genialer Aspekt der Wikipedia, dass im Prinzip jeder Mensch sie editieren kann, wenn er sich dafür anmeldet.

Auch das Markup in Wikitext, der verwendeten Markup-Sprache beim Schreiben in Wikipedia, ist im Wesentlichen auf Textformatierung und Gliederung beschränkt. Eine wichtige Rolle nehmen dort auch die Hyperlinks ein. Dabei sind besonders die Links zu anderen in der Wikipedia bereits enthaltenen Begriffen von Interesse.

Ein Beispiel für eine Wikipedia-Passage mit Wikitext-Markup ist:

== Eine Überschrift der 2. Ebene ==

Hier haben wir etwas Text. Jetzt folgt noch eine Liste:

* Der erste Punkt der Liste
* Der zweite Punkt der Liste
** Der zweite Punkt der Liste hat tatsächlich einen Unterpunkt
*** Und dieser Punkt hat auch noch einen weiteren Unterpunkt

Interessant sind außerdem noch '''fett gedruckter''' oder ''kursiver'' Text.

Eine komplette Anleitung findet sich unter folgendem Link: [[Help:Wikitext]]

Was die Implementierung von Wikitext bzw. einer Markup-Sprache auf einer Wikipedia-artigen Website betrifft, so gibt es auch hier von Wiki zu Wiki Unterschiede. Z.B. können HTML-Tags beim Editieren teilweise erlaubt sein oder auch nicht. Ein anderes Beispiel ist eine Tendenz zu WYSIWYG-Editoren für das Editieren in Wikis.

Wenn Sie also eine Wiki editieren wollen, sollen oder müssen, suchen Sie nach einer dortigen Kurzeinführung in das verwendete System. Es wird nicht kompliziert sein, die Befehle zu verstehen oder sie sich zu merken. Sie müssen jedoch wissen, was Sie verwenden können und wie.

Suchmaschinen verstehen Markup

Ein weiterer wichtiger Punkt klingt trivial, wird aber trotzdem von vielen Website-Betreibern ignoriert oder unterschätzt. Suchmaschinen lesen und verstehen Markup. Um zu verstehen, was daraus alles folgt, erinnern wir uns noch einmal daran, dass Markup sich in HTML5 in erster Linie auf die Struktur eines Dokuments auswirkt.

Ein Beispiel: Sie schreiben auf Ihrer Website etwas über Ihr Unternehmen. Auf dieser Seite haben Sie einen Titel festgelegt. Je nachdem, welchen Editor, welches Content-Management-System oder welche Plattform Sie für das Erstellen Ihrer Website benutzen, und welche Einstellungen Sie vorgenommen haben, wird dieser Titel für die URL der Seite und/oder auch für deren Überschrift benutzt.

In HTML-Tags gesprochen sollte der Titel des Dokuments in einem <h1>-Tag enthalten sein. Das ist in der HTML-Gliederungs-Hierarchie von <h1> bis <h6> die höchste Ebene und bekommt bei der Analyse einer Seite im WWW durch eine Suchmaschine auch die unmittelbarste Aufmerksamkeit. Gibt es auf einer Seite keine <h1> Überschrift, verschenkt man eine der Hauptmöglichkeiten, Suchmaschinen das Thema der Seite zu vermitteln.

Markup und Struktur auf der Website richtig einsetzen

Wer also bei der “natürlichen” Suchmaschinenoptimierung (SEO) bereits eine gute Grundlage möchte (und wer möchte das nicht), der muss dem Inhalt der eigenen Website auch eine geeignete Struktur geben. Diese Struktur kommt aus dem Markup – ja, so einfach ist das. Eine Suchmaschine interessiert sich nicht wirklich dafür, wie eine Website aussieht, wenn sie herausfinden soll, worum es im Inhalt genau geht.

Nehmen Sie sich also folgende Punkte zu Herzen:

  • Geben Sie jeder Seite auf Ihrer Website einen Aussagekräftigen Titel. Vergessen Sie dabei den Kontext nicht. Ein Titel wie “Eine aufregende Neuigkeit” können für Sie selbst völlig klar sein, weil Sie den Hintergrund kennen. Es lohnt sich jedoch, etwas spezifischer zu sein, damit auch einer Suchmaschine klar ist, was in welchem Bereich neu ist, warum, seit wann, und was daran so aufregend ist.
  • Nach <h1> kommen in der Gliederung in HTML die <h2> Überschriften. Diese sollten für die Unterpunkte der Seite verwendet werden, und zwar unabhängig davon, wie sie zunächst aussehen. Das Aussehen der Unterüberschriften der 2. Ebene auf einer Seite kann und sollte man mit CSS-Befehlen definieren. Verwendet man allerdings eine <h4> Überschrift, nur weil die Schriftart besser aussieht oder gefällt, dann verzerren Sie die Bedeutung jener Punkte, die nach dem Titel der Seite am wichtigsten sind.
  • Verwenden Sie Listen, wenn es sich für die Aufzählung einer Reihe von Punkten anbietet (so wie hier gerade). Suchmaschinen verstehen auch Listen in deren Kontext auf der Seite.
  • Wenn Sie etwas wichtig finden und hervorheben möchten, verwenden Sie <strong>. Verwenden Sie nicht direkt <b> oder <i>, um etwas wichtiges zu kennzeichnen. Damit könnte nämlich hervorzuhebender Text normal aussehen, wenn bereits der Text um die Auszeichnung herum fett gedruckt bzw. kursiv ist.
  • Kümmern Sie sich nicht um die althergebrachten <meta> Einträge. Diese werden von Suchmaschinen nur noch selten genutzt, um die Relevanz des Inhalts einer Seite für eine Suche zu ermitteln. Das ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass diese Einträge auch oft missbraucht wurden und werden. Am wichtigsten für modernes SEO ist daher der Inhalt einer Seite, der von den Suchmaschinen ausgiebig analysiert wird – und dabei hilft eben vor allem die Struktur des Markup.

Markup als Mensch lesen und verwenden

Als normaler Mensch wird man Markup selten lesen müssen. Gerade für Website-Betreiber ist es jedoch lohnend, wenn man das kann. Über den Quellcode einer Website, wie man ihn in modernen Internet-Browsern anzeigen lassen kann, lässt sich sehr viel über die Website lernen.

Auch abgesehen von solcher “Spionage”, die einem z.B. den Autor, die verwendete Plattform oder das Alter einer Website verraten kann, ist es nützlich, HTML lesen zu können. Im neuen WordPress-Editor Gutenberg z.B. kann man sich die geschriebenen Artikel auch in HTML anzeigen lassen. Das ist bei der Fehlersuche oder Problemen mit der Formatierung hilfreich.

Es kann z.B. sein, dass man durch das Kopieren von Inhalten von woanders her direkt in den WordPress Editor Teile der Formatierung übernimmt, ohne es zu merken. Woher dann die zu kleine Schrift oder die seltsame Farbe kommen, kann man eventuell im HTML-Code sehen. Zum Arbeiten mit Gutenberg habe ich bereits einen detaillierten Artikel verfasst. Sie finden ihn hier unter Schreiben in WordPress Gutenberg, einfach erklärt.

Markup kann man als Mensch natürlich auch aktiv verwenden. Vor 20 Jahren habe ich z.B. Websites direkt in HTML in einem einfachen Texteditor geschrieben. Dieser Fall ist heute eher für Programmierer interessant. Trotzdem gibt es Umgebungen, wo man Markup aktiv anwenden muss, wie z.B. die bereits oben erwähnte Wikipedia.

Welche Vorteile hat Markup beim Schreiben?

Um es direkt zu sagen: Vorteile hat Markup direkt beim Schreiben vor allem dann, wenn es einfach zu handhaben und übersichtlich ist. Gute Beispiele dafür sind die bereits erwähnten Wikipedia und Markdown. Konkrete Vorteile können vor allem sein:

  • Man muss die Finger nicht von der Tastatur nehmen, um Textstellen auszuzeichnen, sondern tippt einfach weiter. Das ist vor allem dann ein Vorteil, wenn man schnell im Tippen ist und keine allzu komplizierten Konstrukte in der Struktur des Dokuments überblicken und im Kopf behalten muss.
  • Dokumente mit Markup lassen sich auch in Umgebungen schreiben, in denen man kein Textverarbeitungsprogramm zur Verfügung hat (z.B. auf dem Smartphone, im simplen Editor in der Kommandozeile, wenn man sich von außen auf einem System anmeldet, das nur per SSH-Konsole erreichbar ist.
  • Bei Systemen von Markdown sieht bereits der Text mit Markup sehr leserlich und gut strukturiert aus. Das Markup hilft dabei sogar der Leserlichkeit, statt diese zu verringern.

Kurz gesagt: Wem ein schneller Schreibfluss und ultimative Flexibilität wichtig sind, der wird beim Schreiben mit dem richtigen Markup auch diese Vorteile genießen und ausnutzen können.

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