Jeder, der schon einmal versucht hat, seine Traum-Domain im Internet zu registrieren, hat vermutlich bald festgestellt, dass richtig gute Domain-Namen auch so richtig teuer sein können. Aber ist das wirklich ernst gemeint? Und wenn ja: Warum sind manche Domains so teuer?

Domain-Namen im WWW sind ein handelbares Gut. Daher bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis. Die Nachfrage nach kurzen generischen .com Domains ist inzwischen derart hoch, dass dadurch bis zu siebenstellige Verkaufspreise zustande kommen.

Um Ihnen noch etwas tiefere Einblicke in dieses Geschäft zu geben, lassen Sie mich etwas weiter ausholen.

Der Preis einer Domain im Internet

Warum sind manche (Premium) Domains so teuer?

Jeder von uns hat heutzutage fast täglich mit Domains zu tun: Wir tippen Sie in unseren Browser, klicken darauf oder lesen die teils kuriosen Namen und wundern uns darüber. Dass eine Domain jemandem gehört, leuchtet ebenfalls ein. daher ist es auch nicht so verwunderlich, dass man eine Domain von einem Besitzer auf den anderen übertragen kann.

Interessant sind die Domain-Namen zunächst einmal für Websites, denn: Wer die Domain kontrolliert, kontrolliert auch die Website, welche die Domain nutzt. Dann muss man sich nur noch fragen, wie eigentlich klar ist, wem eine Domain gehört. Das ist durch ein zentrales Register geregelt, in dem für jede Domain, die registriert ist, der Besitzer eingetragen ist.

Das Recht, eine Domain zu nutzen, erwirbt man sich durch die Registrierung bei der zuständigen Behörde. Das ist ziemlich einfach und man muss dabei eigentlich nur beachten, dass diese Registrierung erstens jedes Jahr zu erneuern ist, und zweitens eine jährliche Gebühr kostet.

Diese Gebühr ist meist nicht sehr hoch (für eine .com-Domain sind das etwa 10 US$ im Jahr). Und diese Gebühr hat auch nichts mit den hohen Preisen zu tun, um die es hier geht. Die hohen Preise sind keine Domaingebühren, sondern Verkaufspreise, für den Fall dass oder wenn die Domain den Besitzer wechselt oder wechseln soll. Und genau um diese Preise geht es in diesem Artikel.

Öffentlich bekannte superteure Domain-Verkäufe

Bevor wir uns um das Wie und das Warum eines unglaublich hohen Preises für eine Domain kümmern, sehen wir uns zunächst ein paar Daten an. Es gibt mehrere Websites, auf denen konkrete Zahlen und Preise für Domain-Verkäufe gelistet werden. Dazu gehört Wikipedia mit einer Liste der teuersten Domainverkäufe, verschiedene Nachrichtenportale, die so etwas auf den Wirtschaftsseiten berichten, und Branchenspezifische Websites über Domains.

Verkaufsdaten findet man z.B. über NameBio.com, wo man auch eine Suchmaske für gezielte und detaillierte Suchen zur Verfügung hat. Die Autorität aber für Listen öffentlich bekannter Domain-Verkäufe ist de facto die Website DNJournal.com (die Abkürzung DN steht in dieser Branche meist für Domain Name).

Auf DNJournal.com gibt es für jedes Jahr (auch für das aktuelle) eine Liste der Top-100 Domain-Verkäufe mit dem Domain-Namen, der Verkaufsplattform, dem Verkaufsdatum und natürlich auch dem Preis. Um ein Gefühl zu bekommen, wie viel Domain-Namen bestenfalls kosten, sind diese Listen ein ideales Instrument. Man kann aus ihnen verschiedene Dinge herauslesen.

Das offensichtlichste zuerst: Der teuerste Verkauf des Jahres steht ganz oben. In der folgenden Tabelle habe ich ein paar Daten aus der Quelle DNJournal.com zusammengesucht, nämlich die teuersten Verkäufe der vergangenen Jahre (2019 ist auch dabei, aber nur Verkäufe bis September sind berücksichtigt):

JahrDomain-NamePreis in US-Dollar
2019Voice.com30 000 000
2018Ice.com3 500 000
2017Fly.com2 890 000
2016Tesla.com11 000 000
2015Porno.com8 888 888
2014Z.com6 784 000
2013IG.com4 700 000
2012Investing.com2 450 000
2011Social.com2 600 000
2010Sex.com13 000 000
2009Toys.com5 100 000
2008Fund.com9 999 950
Quelle: DNJournal.com

Hier kann man schon bestimmte Muster erkennen: Die super-teuren Domains sind

  • .com Domains
  • Bestehen aus sehr kurzen Abkürzungen oder aus nur einem einzigen Wort vor der Top-Level-Domain (TLD), also dem .com
  • Enthalten oft gefragte Suchbegriffe
  • Bestehen ausschließlich aus Buchstaben (keine Ziffern, keine Bindestriche)

Außerdem fällt auf, dass es hier schon längst nicht mehr unter einer Million US-Dollar zugeht. Ich sollte auch noch dazu sagen, dass es in den meisten der vergangenen zehn Jahre mehrere Domain-Verkäufe im siebenstelligen (oder mehr) US-Dollar-Bereich gegeben hat.

Wir kommen weiter unten noch dazu, was den Preis einer Domain beeinflusst und wie, zunächst möchte ich aber gleich noch eine Tabelle anschließen, die aus Daten der gleichen Quelle zusammengesucht habe. Dabei ist jetzt nicht Platz eins für jedes Jahr gelistet, sondern Platz 100, also der letzte Platz auf der Liste der Top 100. Dadurch bekommt man ein Gefühl dafür, wie viele Domains ungefähr wie teuer sind:

JahrDomain auf Platz 100Preis in US-Dollar
2019Presale.com45 444
2018OSL.com72 000
201716.net60 000
2016ITJobs.eu62 150
2015Gang.com100 000
2014Brandnames.com65 000
2013DealerLink.com55 000
2012Deng.com65 000
2011Jewel.com74 333
2010E.co81 000
2009I.de73 500
2008Cleaning.com100 000
Diese Preise sind die des jeweils an 100. Stelle liegenden Domain-Verkaufs. Quelle: DNJournal.com

Während für die Top-Verkäufe also Millionen über den Ladentisch gehen, sind es hier zwischen 50 und 100 Tausend US-Dollar. Für das Jahr 2019 ist zu beachten, dass dieses zum Zeitpunkt der Datenerhebung noch nicht vorbei war, d.h. der Preis auf Platz 100 wird sehr wahrscheinlich noch etwas steigen.

Die teuersten Domain-Verkäufe der Geschichte

Trotzdem sieht man hier beachtliche Summen, und noch dazu eine ganze Menge davon, in den Verkäufen eines Jahres den Besitzer wechseln. Dabei muss man aber zweierlei beachten: Erstens, dass es sich hier nur um Verkäufe handelt und daher jene Domains gar nicht aufscheinen, die nicht verkauft werden. Es ist also wahrscheinlich, dass es noch weit wertvollere Domain-Namen gibt, deren Besitzer sich von ihnen jedoch nicht trennen werden.

Zweitens aber, und das ist ebenfalls interessant, gibt es einige weitere Verkäufe von Domains im achtstelligen Dollar-Preisbereich und eventuell sogar darüber, die nicht öffentlich gemacht werden. Wenn man im Internet nach den teuersten Domains aller Zeiten sucht, dann findet man einige Zahlen für Domains, die in meinen Listen der öffentlich bestätigten Domainverkäufe oben fehlen.

Einerseits bin ich nur bis 2008 zurückgegangen, aber ein paar Verkäufe mit höheren Preisen sollen seit 2008 stattgefunden haben, wurden aber nicht offiziell (genug) bestätigt. Immer wieder verschwinden daher auch Verkäufe wieder aus z.B. der Liste auf Wikipedia, weil die Quellen nicht vertrauenswürdig genug sind.

Auch wenn manche Verkäufe und Preise einfach unter Verschluss gehalten werden, gibt es auch die Kategorie, wo ein Domain-Name Teil des Verkaufspakets eines gesamten Unternehmens ist. Um hier eine Fabelzahl anzubringen: Der Domain-Name Cars.com soll 2014 als Teil des Verkaufs des Unternehmens mit einer Bewertung von 872 Millionen US-Dollar in den Deal eingegangen sein (laut einem Bericht auf domaingang.com und der dortigen Diskussion).

Wie auch immer man solche Dinge rechnet oder mit einbezieht: Domains sind also unter Umständen sehr teuer bzw. sehr wertvoll (zum Unterschied von Preis und Wert schreibe ich weiter unten gleich noch etwas mehr).

Preis-Analyse der teuersten Domain-Verkäufe der vergangenen Jahre

Da die beiden Preise der teuersten verkauften Domain und der auf Platz 100 befindlichen verkauften Domain eines Jahres zwar interessant, aber noch nicht wirklich aussagekräftig genug sind, habe ich die Preise aller 100 Top-Verkäufe jedes der vergangenen Jahre in eine Excel-Tabelle zusammengetragen und diese analysiert.

Dabei wollte ich z.B. folgende Dinge bzw. Daten wissen:

  • Wie teuer wurden die Top100 Domains des Jahres im Durchschnitt verkauft?
  • Dazu gehört auch (unterscheidet sich vom Durchschnitt nur um einen Faktor 100): Wie hoch ist die Summe aller Domain-Preise bei den Top100 Verkäufen des Jahres?
  • Wie viele Domainverkäufe erzielten einen Preis von über einer Million US-Dollar?
  • Was war der Durchschnitt der Top10 Verkaufspreise?
  • Wie haben sich alle diese Werte im Laufe der vergangenen zehn Jahre entwickelt?

Hier kommt also noch eine Übersichtstabelle, und zwar mit den konkreten Antworten auf diese Fragen. Außerdem habe ich noch einmal den teuersten Verkaufspreis des Jahres dazu gelistet. Alle Preise sind in US-Dollar angegeben.

JahrDuchschnitt aller Top100 Domain-VerkaufspreiseDurchschnittspreis der Top10 DomainsVerhältnis Durchschnitte Top10 zu Top100Anzahl Domainverkäufe über 1 Million US-DollarTeuerster Domain-Verkaufspreis des Jahres
2019481 0173 857 3008.0330 000 000
2018279 6451 061 0003.833 500 000
2017280 5461 502 1735.462 890 000
2016384 9682 367 4006.1611 000 000
2015419 9022 422 3985.858 888 888
2014430 9692 533 5805.9116 784 000
2013281 3331 467 5005.244 700 000
2012180 536732 5004.122 450 000
2011230 818900 0003.932 600 000
2010443 9332 706 0716.1713 000 000
2009346 2231 815 0005.285 100 000
2008461 4782 665 1875.889 999 950
Erstellt auf der Basis von Daten von DNJournal.com

Anhand dieser Zahlen kann man folgendes sagen:

  • Einen eindeutigen Trend gibt es in den vergangenen zehn Jahren nicht.
  • Die beste Beschreibung für die Entwicklung der Marktlage wäre wohl “von der Größenordnung her stabil, mit kleineren Schwankungen”
  • Der durchschnittliche Verkaufspreis, gerechnet über die Top 100 Domains des Jahres, beläuft sich auf eine Viertelmillion bis zu einer halben Million US-Dollar.
  • Für die Top 10 Domains des Jahres findet man den Durchschnitt klarerweise weiter oben, und zwar zwischen knapp unter einer und knapp unter vier Millionen US-Dollar.
  • Aber auch das Verhältnis zwischen diesen Durchschnittswerten schwankt, ein Anzeichen dafür, dass die superteuren Domains nicht in jedem Jahr eine gleich große Rolle spielen. Das ist auch kein Wunder, denn von den Verkaufspreisen um oder jenseits von zehn Millionen US-Dollar gibt es eben nicht allzu viele, nicht einmal in 10 Jahren.

Eins lässt sich sagen: Nach dem Lesen dieser Tabellen wissen Sie jetzt, in welchem Rahmen sich Domain-Preise bewegen können. Richtig gute Domain-Namen sind somit so etwas wie ein Luxus-Gut geworden.

Wie kann jemand mehr als eine Million Dollar für einen Domain-Namen ausgeben?

Für einen Einzelnen mag so ein Preis unerschwinglich sein, für Unternehmen ist eine Million Euro aber durchaus machbar. Allein wenn man bedenkt, dass Firmenübernahmen in die hunderte von Millionen Dollar und darüber hinaus gehen, werden solche Preise sogar stark relativiert.

Trotzdem ist die grundlegende Frage, warum man so viel Geld für einen Domain-Namen ausgeben würde oder wollte, durchaus berechtigt. Was bringt so ein Domain-Name eigentlich und bringt der Besitz einer Domain auch entsprechend Geld?

Denn wenn man mit einer Domain, die man für eine Million Dollar gekauft hat, pro Jahr einige hunderttausend Dollar an Werbekosten sparen kann, dann rentiert sich so eine Investition relativ schnell, oder? Und wenn man einen Domain-Namen als Investition betrachtet, deren Wert sich mit der Zeit erhöht, dann sieht man noch einen unmittelbaren Anreiz.

Diese Idee mit dem Werbewert wollen wir gleich einmal im Hinterkopf behalten, und dazu komme ich noch im Detail. Trotzdem ist es wichtig, ein paar grundlegende Dinge über Domain-Preise und die Ermittlung des Markwerts einer Domain zu wissen, um dann die Einzelheiten besser nachvollziehen zu können.

Preis und Wert einer Domain bzw. eines Domain-Namens im Internet

Da Domains gekauft und verkauft werden können, hat im Prinzip jeder Domain-Name auch einen Marktwert. Auch wenn eine Domain nach den Kriterien, die ich gleich noch im Detail beschreiben werde, eigentlich nicht besonders wertvoll wäre, kann Sie durch die Verwendung für eine Website oder Marke einen hohen Marktwert bekommen.

Erst wenn eine Domain tatsächlich zum Verkauf kommt, gibt es einen konkreten Verkaufspreis. Sehr viele der wirklich wertvollen Domains sind seit vielen Jahren nicht mehr verkauft worden und werden das wohl auch in näherer Zukunft nicht werden. Daher ist es auch von vornherein und ohne weitere Informationen schwierig, einen realistischen Marktwert für sehr wertvolle Domains zu finden.

Dazu kommt noch, dass ein Investor grundsätzlich nicht so viel für eine Domain zahlen würde wie ein “Endverbraucher”, also jemand, der den Domain-Namen für ein konkretes Projekt (Website, Marke) einsetzen will. Der Unterschied zwischen diesen beiden Preisen kann bis zu einem Faktor 10 groß sein – ein weiterer Unsicherheitsfaktor bei der Preisbildung für Domains.

Wichtig ist also: Jede Domain hat einen Wert, aber nur in wenigen Fällen lässt sich dieser an konkreten Verkaufspreisen festmachen.

Welche Arten von Domains sind eigentlich die teuersten?

Wie wir bereits anhand der Tabellen weiter oben gesehen haben, sind die wirklich teuersten Domains eigentlich immer .com Domains. Außerdem sind sie meist (sehr) kurz und/oder repräsentieren etwas, das für ein Unternehmen Wert verspricht oder das viele Leute brauchen.

Der (inoffizielle) Verkaufspreis-Rekord von Cars.com kommt nicht von ungefähr. Autos sind in unserem Leben derzeit auf der Welt zentral und ein enormer Wirtschaftsfaktor. Die nicht so unmittelbare Möglichkeit, einen hohen Preis zu erzielen, sind Abkürzungen bzw. kurze Buchstaben- und Zahlenkombinationen. Dabei kommt es darauf an, dass die Abkürzung gut passt und möglichst eindeutig ist – das ist ja z.B. bei zwei Buchstaben nicht mehr so einfach.

In den folgenden Abschnitten möchte ich auf verschiedene Faktoren bei der Preisbildung von Domain-Namen eingehen und was davon eine Domain richtig teuer macht.

Was macht einen teuren Domain-Namen so teuer?

Die wichtigsten Faktoren für den Preis einer Domain sind die Länge in Buchstaben und Wörtern, die Domain-Endung (vorzugsweise .com), und die Bedeutung des Namens an sich im Hinblick auf den Kunden und dessen Kaufverhalten.

Diese Faktoren gelten grundsätzlich, aber beschränken wir uns nun darauf, was erfüllt sein muss, um einen nicht nur guten, sondern sehr hohen Preis zu erzielen.

Der Einfluss der Länge des Domain-Namens auf den Preis

Die Länge eines Domain-Namens ist unter anderem deshalb wichtig, weil kurze Begriffe einprägsamer und leichter zu merken sind. Sieht man sich die Top 1 Liste weiter oben an, dann hat man entweder ein einziges Wort (und zwar ein recht kurzes noch dazu) als Namen vor dem .com oder ein oder zwei Buchstaben.

Also: Je kürzer, desto besser. Je viel kürzer, desto viel besser.

Die Domain-Endung und der Preis einer Domain: Sind .com Domains wirklich so viel mehr wert?

Die kurze Antwort auf diese Frage lautet: Ja, sind sie. Die Top-Level-Domain (TLD) .com ist unumwunden die wertvollste. Wenn Sie eine Marke für sich beanspruchen wollen (oder den Nachnamen Ihrer Familie, oder was auch immer sonst), versuchen Sie, die entsprechende .com Domain zu registrieren oder zu erhalten.

Das kann für einen normalen Menschen einfach, gerade noch machbar oder unmöglich sein, z.B. je nachdem wie man eben mit Nachnamen heißt. So oder so: Wenn Sie sich überlegen, einen Domain-Namen zu kaufen (also von jemand anderem zu kaufen anstatt die Domain einfach zu registrieren), dann lesen Sie vorher meinen Artikel Worauf muss ich beim Kauf einer Premium-Domain achten? Dort habe ich einige zweckdienliche Hinweise zu diesem Vorgang aufgeschrieben.

Zurück zu den TLDs: Etwas anderes als .com findet man in den Top 100 Listen auf DNJournal.com auch, aber eben nicht ganz oben. 2019 bis dato z.B. ist die erste nicht-.com Domain auf dieser Liste Casinos.org mit 400 000 US-Dollar auf Platz 11. Handelte es sich statt der .org dabei um die .com, also um Casinos.com, dann hätten wir einen Preis um die 20 Millionen Dollar zu erwarten. Woher ich das weiß? Dazu komme ich gleich noch.

An dieser Stelle aber möchte ich noch anbringen, dass eine .com Domain um einen Faktor 10 bis 100 besser bewertet wird als andere klassische TLDs (.org, .net, .biz, …) oder länderspezifische TLDs (.de, .at, .ch) oder gar die neuen TLDs (wie z.B. .website, .wien, .work, etc.).

Die Rolle von Suchbegriffen in Domain-Namen bei der Preisbildung

Die Domain-Endung und die Länge bzw. Kürze des Domain-Namens sind wichtige Voraussetzungen für einen hohen Preis. Die wirklichen Kracher unter den Domain-Verkäufen findet man aber erst durch einen schlagkräftigen Namen vor dem .com. Konkret sind das meistens generische Suchbegriffe, wie eben z.B. Cars.

Die Gründe für die Attraktivität solcher Namen sind folgende:

  • Ein generischer Begriff wie Auto, Geld, Haus oder Tisch ist schwer mit einer Marke vereinnahmbar. Das heißt, man muss, wenn man eine solche Domain einmal hat, nicht mit irgendwelchen Streitereien rechnen, weil jemand sich das Wort Geld als Marke hat eintragen lassen (weil das eben nicht geht).
  • Nach solchen Begriffen suchen viele Menschen täglich im Internet. Dabei erweckt bei der Suche nach Autos die Domain Autos.com bereits von vornherein Vertrauen, auch ohne dass man den Inhalt der Website kennt. Daher klicken Die Suchenden auch eher auf Suchergebnisse von dieser Domain als von z.B. meinautoistspitze.net.
  • Eine Domain mit einem Suchbegriff ersetzt eventuell einen guten Teil von Online-Werbung. Einerseits hat man in Listen von Suchergebnissen einen Vorteil. Andererseits tippen viele Menschen vielleicht auch bereits auf gut Glück oder einfach so den Domainnamen Autos.com ein, wenn sie etwas zum Thema Autos suchen.

Also: Suchbegriffe sind besonders wertvoll, wenn sie möglichst generisch sind, also möglichst wenig über das Produkt oder das Thema einschränken.

Sonstige wichtige Faktoren bei der Preisbildung von Domains im Internet

Es gibt auch noch weitere Faktoren, die bei der Preisbildung von Domains im Internet eine Rolle spielen. Einer davon ist das Fehlen von Bindestrichen im Domain-Namen. Taucht in einer Domain ein Bindestrich auf, wird der Domain-Name gemeinhin als wertlos angesehen. Eine Ausnahme bildet hier interessanterweise der deutschsprachige Markt, wo so etwas durchaus akzeptiert und teilweise sogar gewünscht wird.

Um diesen Punkt auch mit Daten zu belegen: In der Umfangreichen Verkaufs-Datenbank von NameBio.com habe ich nur drei Verkäufe von Domain-Namen gefunden, die einen Bindestrich enthalten und die 100 000 Dollar Marke geknackt haben. Zwei davon sind .de Domains, eine .com. Dehnt man die Suche auf Verkaufspreise über 10 000 Dollar aus, landet man bei wenig beeindruckenden 200 Einträgen.

Was sonst noch eine Rolle spielt, ist das Alter der Domains und was auf der Domain bisher an Inhalten zu finden war. Für die Top-Namen sind diese beiden Kriterien jedoch eher untergeordnet: Kurze .com Domains sind allesamt sehr alt und wenn der Name passt, ist einem die Geschichte meist egal.

Wie kann man den Marktwert einer Domain herausfinden?

Nun zu einer sehr interessanten Frage: Wie kann man den nun herausfinden, was eine Domain wert ist, auch wenn sie z.B. überhaupt noch nie verkauft wurde (so wie eigentlich die meisten)? Dabei helfen zunächst Online-Werkzeuge, die auf verschiedene Daten zurückgreifen. Außerdem kann man sich mit vergleichbaren Verkaufspreisen befassen. Hier sind ein paar Details:

Werkzeuge zur Einschätzung des Marktwerts eines Domain-Namens

Einen Domain-Namen zu Bewerten (im englischen “Valuation”) ist eine recht komplizierte Sache. Dabei kann man jedoch gut Computerprogramme und Algorithmen einsetzen. Das passiert auch unter der Haube bei den gängigen Bewertungs-Werkzeugen, die man im Internet finden kann.

Mein Beispiel weiter oben mit der Domain Casinos.com und einem geschätzten Wert von 20 Millionen US-Dollar habe ich über das Online-Werkzeug Estibot.com erhalten. Dort bekommt man zu jeder eingetippten Domain eine Einschätzung des aktuellen Marktwerts. Dazu gibt es auch ein paar weitere Informationen wie z.B. Suchvolumina oder die Verfügbarkeiten von verwandten Domains.

Als Alternative gibt es z.B. auch beim Domain- und Hosting-Giganten GoDaddy ein Bewertungs-Werkzeug (hier der Link zur Österreichischen Variante). Dieses ist aber nicht so detailliert und sagt mir z.B. für mein Beispiel Casinos.com nur, dass die Domain mehr als 25 000 Dollar wert ist. Naja.

Da solche Werkzeuge recht viel mit Daten von Suchmaschinen-Hilfswerkzeugen arbeiten (echte Daten von Suchmaschinen hat niemand außer die Suchmaschinen selbst, auch wenn oft so getan wird) um Suchbegriffe in die Bewertung mit einzubeziehen, funktioniert z.B. Estibot nur bedingt gut. Möchte man einen Domain-Namen bewerten, der einen erfundenen Namen oder eine Marke enthält, dann muss man sich auf andere Daten stützen.

Verkaufslisten von Domain-Namen mit konkreten Verkaufspreisen

Eine Möglichkeit für solche Daten sind Listen mit konkreten Verkaufspreisen. Darin sucht man dann nach vergleichbaren Verkäufen, oder besser gesagt, nach Verkäufen vergleichbarer Domain-Namen. Was ein geeigneter vergleichbarer Name ist, das muss man sich gut überlegen.

Solche Recherchen funktionieren über die Suchmaske bei NameBio.com bereits sehr gut. Es gibt aber immer noch fortgeschrittenere Werkzeuge, für die man dann allerdings auch bezahlen muss.

Spezialfall: Den Werbewert einer Domain abschätzen, um einen Preis zu ermitteln

Ein Faktor bei der Bewertung einer Domain, die einen Suchbegriff beinhaltet, ist immer eine Abschätzung des Werbewerts der Domain. Dabei kann man natürlich beliebig komplizierte Berechnungen anstellen. Ich möchte hier aber nur eine ganz einfache Möglichkeit anführen. Diese Abschätzung ist in Domainer-Kreisen als Rosener-Gleichung bekannt und geht u.a. auf ein Interview von Andrew Rosener mit der Domain-Website DomainSherpa.com zurück.

Dabei multipliziert man vier Zahlen miteinander, um eine Wertabschätzung für eine Domain der Form suchbegriff.com zu erhalten:

  • Das exakte monatliche Suchvolumen für suchbegriff bei Google
  • Die Kosten pro Klick (CPC) für eine Anzeige bei Google Ads
  • Eine angenommene Klick-Rate (Click-Through-Rate, CTR) für die Nummer-eins-Position in der organischen Suche bei Google
  • Eine Anzahl von Monaten, über die man die Investition in Werbung rechnen will

Die Überlegung dahinter ist die Frage, wie viel Geld ein Unternehmen für Google Werbung bezahlen müsste, um eine Anzahl von Monate lang täglich ganz oben auf der Such-Ergebnis-Seite für den Suchbegriff aufzuscheinen, und dann auch für die tatsächlich erfolgten Klicks bezahlen zu können.

Nehmen wir als Beispiel ein exaktes monatliches Suchvolumen von 100 000. Dazu nehmen wir eine CPC von 5 US-Dollar. Nimmt man noch eine CTR von 0.35, und einen Zeitraum von einem Jahr (also 12 Monaten), dann landen wir bei

\[100\,000 \times 5 \times 0.35 \times 12 = 2\,100\,000\]

Das ist ein stattlicher Preis. Natürlich muss man so etwas mit Vorsicht genießen, aber dafür gibt es dann ja ausgefeiltere Methoden.

Bewertung von Domain-Namen und realistische Preise, wie geht das?

Alle bisher beschriebenen Techniken und Informationen fließen auch bei den Profis in die Bewertung einer Domain ein. Wie man aber an einen realistischen Preis kommt, ist eine eigene Wissenschaft. Es ist wichtig, einen realistischen Preis zu haben, wenn man eine Domain verkaufen will oder sich den Preis einer Domain ansieht, die man kaufen möchte.

Wie man so eine Bewertung im Detail macht, führt hier zu weit. Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, kann ich Ihnen allerdings einen Online-Kurs empfehlen, den ich selbst gemacht habe, um alles Nötige über das Domain-Geschäft zu lernen. Informationen dazu finden Sie auf meiner Informationsseite zum Thema Domains.

Jeder Verkaufspreis für eine Domain wird verhandelt

Wie gerade beschrieben, ist es wichtig, sich eine eigene Meinung zum Preis einer Domain zu bilden, die man kaufen oder verkaufen möchte. Der Grund dafür ist, dass der endgültige Kaufpreis einer Domain in der Praxis immer verhandelt wird. Wichtig: Kaufen Sie niemals eine Domain von jemandem, ohne zu verhandeln (außer Geld spielt keine Rolle oder es ist in Ihren Augen ein Schnäppchen).

Jeder Domain-Verkäufer hat sich überlegt, was seine Domain wert ist. Das hat er vielleicht nur gemacht, indem er den Namen bei Estibot eingetippt hat. Aber irgendwie ist er zu einem Wert gekommen. Und dann verlangt man erst einmal einen Preis, der einigermaßen weit darüber liegt, um beim Verkauf auch gut auszusteigen. Wenn Sie also einen verlangten Preis für eine Domain irgendwo lesen, dann können Sie fast immer verhandeln.

Grundsätzlich gilt dabei: Der Käufer kauft nur, wenn er letztlich will, und der Verkäufer verkauft nur, wenn er letztlich will. So einfach (und kompliziert zugleich) ist das. Verhandeln ist nicht jedermanns Stärke (auch meine nicht unbedingt) und es funktioniert auch nicht immer. Aber es ist in dieser Branche eine gängige Praxis.

Die Rolle von Verkaufsplattformen für Domains und anderen Verkaufslisten

Ob verhandelt wird oder nicht, wie wird denn dann konkret der Verkauf abgewickelt? Das hat außer der finanziellen Seite auch eine technische Seite, denn die Domain muss ja auch korrekt den Besitzer wechseln. Auf die Unterstützung dieser Vorgänge sind Verkaufsplattformen für Domains spezialisiert.

Dort wird einerseits Know-How zum Verkaufsprozess geboten. Andererseits werden Listen von Domains geführt, die zum Verkauf stehen. Diese Listen sind auch durchsuchbar und werden wie bezahlte Anzeigen in einer Zeitung verwaltet (und man kann auch dort für bestimmte Dinge bezahlen, z.B. prominentes Listing oder spezielle Werbung für einen Eintrag).

Beispiele für solche Verkaufsplattformen findet man bei einigen Hosting-Unternehmen, aber auch abseits davon. Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, sehen Sie sich meine Liste von Verkaufsplattformen auf meiner Seite über Domains an.

Domain-Namen als Investition

Ein Hauptgrund für hohe (und weiter steigende) Preise von Domains ist die Investitionskultur auf dem Domain-Markt. In Domain-Namen wird genauso investiert wie in Immobilien oder andere Wertanlagen. Dabei sind Domains übrigens ein vergleichsweise sehr gewinnbringendes Instrument. Wertsteigerungen in der Größenordnung von 800% über zehn Jahre sind durchaus möglich.

Um in egal was gewinnbringend zu investieren, muss man sich jedoch mit allen relevanten Details befassen. Dabei hilft zwar auch die Recherche im Internet, aber letztlich kommt es auf Erfahrung und fundiertes Wissen an. Wenn Sie mehr zum Thema Domains als Investitionen erfahren wollen, verweise ich Sie daher auf den relevanten Abschnitt meiner Seite zum Thema Domains.

Eine Premium-Domain kaufen, ist das eine gute Idee?

Ob man nun selbst eine Premium-Domain kaufen soll oder möchte oder nicht, das liegt also im wesentlichen an zweierlei:

  • Erstens sollte man einen wirklich guten Grund haben, einen konkreten Anlass, Zweck, oder eine Website, die nur darauf wartet, endlich so eine gute, kurze und prägnante Domain zu verwenden.
  • Zweitens sollte man auch die finanziellen Mittel für den Kauf haben. Wie immer gibt es viele Möglichkeiten für die Finanzierung, und die Domain-Verkäufer sind gerne Kreativ. Von Domain-Miete über Leasing bis zum Ratenkauf ist meist alles möglich, man muss eigentlich nur danach fragen.

Jedenfalls ist eine Premium-Domain für ein gesundes Unternehmen vermutlich keine so verrückte Investition, wie es sich vielleicht im ersten Moment anhört. Wer viel Werbung machen müsste, um die eigenen Produkte oder Dienstleistungen zu platzieren, der kann durch die richtige Domain tatsächlich viel Besucher quasi “gratis” bekommen.

Wenn Sie sich mit dem Gedanken tragen, eine Premium-Domain zu kaufen oder einfach nur mehr darüber wissen wollen, lesen Sie meinen Artikel Worauf muss ich beim Kauf einer Premium-Domain achten?, gleich hier auf WebsiteBerater.com.

Insgesamt ist diese Entscheidung vermutlich deshalb so ungewohnt und daher schwierig, weil man normalerweise nicht oft in die Situation kommt, einen Domain-Namen zu kaufen oder zu verkaufen. Aber es gibt dafür auch Profis, die einem dabei helfen können, sowohl auf der Käufer- als auch auf der Verkäufer-Seite. Es sind dies sogenannte Domain-Broker. Hier noch ein paar Informationen zu diesem Beruf.

Die Rolle von Domain-Brokern beim Kauf und Verkauf von Domain-Namen im Internet

Jeder Erwachsene Mensch, der sich schon einmal ernsthaft mit dem Gedanken getragen hat, sich eine Wohnung oder ein Haus zu kaufen, hat vermutlich schon mit Immobilienmaklern zu tun gehabt. Auch wer eine Immobilie zu verkaufen hat, der nutzt eventuell die Dienste eines Maklers, um sich die damit verbundene Arbeit zu ersparen und hoffentlich auch einen höheren Preis zu erzielen.

Genau die gleiche Situation gibt es auch für Domain-Namen im Internet. Dort heißen die Makler nach dem englischen Begriff Domain-Broker und vertreten eben Käufer oder Verkäufer von Domain-Namen. Jedes Unternehmen, das selbst Domains besitzt (und zwar als Investition), oder Domains zur Registrierung anbietet, oder ein Domain-Marktplatz ist, hat meist auch eigene Domain-Broker an der Hand oder arbeitet eng mit solchen zusammen.

Denn meist sind Käufer und Verkäufer unerfahren und geben einem Profi eben eine kleine Provision (ja, auch das ist gleich wie bei den Immobilien) für den erfolgreichen Kauf oder Verkauf der gewünschten Domain ab. Bei niedriger bepreisten Domains (unter 1000 Dollar) braucht man sich normalerweise nicht mit dem Gedanken zu tragen, einen Broker zu engagieren. Bei Preisen von ein paar tausend Dollar oder mehr wird es allerdings bereits interessant, und zwar für beide Seiten.

Der Hintergrund ist der, dass ja der Marktwert einer Domain nicht von vornherein klar ist, selbst wenn sie in der Vergangenheit bereits den Besitzer gewechselt hat (und es somit konkrete Daten gibt). Ein Broker ist meist sehr geübt darin, einen guten und realistischen Preis für eine Domain festzusetzen und hat auch ein Netzwerk von Kollegen, die ihm dabei helfen, diesen zu bestätigen.

Wenn Sie also einmal nach einer ziemlich teuren Domain angeln sollten, dann denken Sie ruhig über das Engagement eines Brokers nach und erkundigen Sie sich nach deren Konditionen. Meist holt ein geschickter Broker seine Kosten locker wieder herein (darin ähnelt er dann wieder einem guten Steuerberater).

Weitere Informationen zum Thema Domains: Registrieren, Handeln und Lernen

In diesem Artikel haben Sie bereits einen guten Einblick in das Thema Domains bekommen. Insbesondere ist es uns darum gegangen, etwas mehr über die teilweise sehr hohen Preise von Domains zu erfahren und auch darüber, wie diese zustande kommen.

Wenn Sie mehr über Domains wissen wollen, genauer gesagt, darüber, was man bei der Domain-Registrierung und beim Domain-Handel alles zu beachten hat, dann habe ich auf meiner Seite über Domains noch ein paar weiterführende Informationen für Sie. Insbesondere finden Sie dort aber auch Informationen darüber, wie Sie zu noch viel weiter führenden Informationen kommen.

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